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14.04.2007

Osterbrot mit meiner Kummi-Familie

Heute treffe ich seit langem mal wieder meine Kummi-Familie, eigentlich treffe ich vor allem Rainer und Leila, die Eltern. Daniel, ihr Sohn (der übrigens nicht nur den gleichen Namen sondern auch noch die gleiche Krankheit hat wie ich...), ist meistens weg bei Freunden oder spielt Computer...

Als ich um 17 Uhr ankomme, fangen wir gleich an den Teig zu kneten, ihn gehen zu lassen und dann schieben wir ihn in den Ofen. Leila ist ein wenig ungeduldig, da sie denkt, das Brot gehört zum Essen und sie müsse noch so lange warten - das ist aber gar nicht der Fall... Das Brot ist man eher zum Frühstück oder zum Kaffee, denn es ist süß.

Nachdem der Teig auf dem Blech ist, muss er nochmal 15 Minuten gehen...


Einer der beiden riesigen Brotlaibe im Ofen...


Leila und Rainer finden das Brot außerordentlich gut - sie schreiben gleich das Rezept auf Finnish in ihr privates Kochbuch... Ich freue mich schon darauf die beiden mit Johanna wieder zu besuchen und weitere Einblicke in das Alltagsleben in Finnland und in die finnische Kultur zu bekommen...

25.02.2007

Meine Kummi-Familie - die ersten Fotos ...

Heute, am Sonntag vor meiner Abfahrt und nach dem Spaziergang zum Müllberg, treffe ich mich nochmal mit Leila und Rainer, meiner Kummi-Familie. Wieder kochen wir etwas zusammen, dieses Mal gibt es ein beeindruckend gutes Curry und den obligatorisch-leckeren Obstsalat...

Meine Kummi-Mutter Leila...

Ihr Mann Rainer und ich...


Leila und Rainer... Übrigens habe ich alle Bilder in Rainer und Leilas Haus gemacht... sehr schön skandinavisch, alles aus Holz...

28.01.2007

Kirche auf Finnisch und meine Kummi-Familie

Hallo... Heute, am Sonntag morgen hat sich meine Kummifamilie, genauer Rainer und seine Frau Leila mit mir in der Kirche verabredet. Nadine will mich zum Gottesdienst begleiten - noch etwas verschlafen laufen wir so um 9:40 Uhr in der Yliopistokatu 16 los, um ja nicht zu spät an der Lucaskirche gegenüber der faculty of humanities anzukommen. Finnen sind ja bekanntlich sehr pünktlich.

Im Vorraum der modernen Kirche warten wir auf Rainer und Leila, ich bin ein bisschen aufgeregt, da ich Leila zum ersten Mal sehen werde. Aber meine Kummi-Mutter entpuppt sich als nette und ziemlich elegante Finnin aus der Gegend von Vuokatti... Nachdem wir unsere Jacken im Vorraum abgelegt haben, betreten wir den kreisrunden Saal der Kirche. Zusammen mit der runden Kuppel über unserem Kopf erinnert mich das Ganze mehr an ein Planetarium als an eine Kirche - die Orgel zu unserer rechten vertreibt diesen Gedanken allerdings mit dem ersten Klang. Auffallend ist, das hier viel mehr junge Leute in die Kirche kommen, besonders das Alter von 10 bis 14 ist ziemlich stark vertreten - nicht zuletzt wahrscheinlich auch wegen den Konfirmanden.

Der Gottesdienst ist ein bisschen schwer mit zu verfolgen, da er in finnisch zelebriert wird, nur ab und an kann ich den Namen einer Person aus der Bibel aufschnappen und daran rätseln, worüber die Lesung wohl handelt. Einzig beim Vater unser weiß ich sofort woran ich bin... Und irgendwie ist es ein tolles Gefühl, den finnischen Klang des Gebets im Ohr zu haben, während man in Gedanken auf deutsch mitbetet - es schweißt einen mit der Umgebung zusammen. Der Gottesdienst ist eigentlich ähnlich zu unseren zuhause, Unterschiede finde ich nur darin, dass mehr gesungen wird und dass das Abendmahl anders zelebriert wird: man kniet am Altar nieder und trinkt den Wein aus einem Minikelch, der eigens für jede Person bereit steht. Es ist relativ spannend, ich passe auf wie ein Lux, was Rainer macht und mache alles exakt nach, um keine Fehler zu machen :)... es ist mir wichtig, die lokalen Sitten hier kennen zu lernen und sie zu beachten...

Für Leila und Rainer ist die Kirche ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, wie sie uns gleich sehr offen erklären - in Finnland ein eher seltener Fall meinen die beiden, denn die wenigsten Kirchenmitglieder würden den Gottesdienst auch besuchen. Leila erzählt außerdem von eienr Glaubensgruppe, deren Familiengröße nicht selten 10-20 Kinder beträgt, da sie nach ihren Grundsätzen nicht verhüten dürfen - diese Glaubensgruppe ist im Raum Oulu sehr verbreitet.
Nach dem Gottesdienst trinken wir nebenan in einem Raum der Pfarrei mit anderen Kirchgängern noch einen Kaffee, unterhalten uns lebendig, werden vom Pfarrer nach unserer Herkunft gefragt und über die naheliegenden Termine in englischer Sprache unterrichtet.

Mit dem Auto geht es dann zu Rainer und Leilas Haus, wir sind zum Lunch eingeladen. Leila legt sich richtig ins Zeug und wir helfen ihr beim Kuchen backen und Kochen... Bald duftet aus der Backröhre ein Schokoladenblechkuchen und ein wenig später auch schon ein Auflauf aus Kartoffeln und Lachs. Bis das Essen fertig ist führen wir noch diverse Gespräche, zb ich mit Rainer über den Treibhauseffekt und was der Ex-Nokia-Vorstandsangehörige, der jetzt zu Shell gewechselt ist, dazu sagt (Name... fällt mir gerade nicht ein...). Meiner Meinung nach wird zu wenig auf die wichtige Rolle der global player, der großen Konzerne in der Forschung an alternativen Energien eingegangen - die Aktien bestimmen eben das Geschäft. Was meint ihr? Meinungen bitte einfach in den Kommentar unten schreiben - ich denke dieses Thema lohnt einfach immer die Diskussion... Meine Kummifamilie ist wirklich ein tolles Paar, beide haben richtig Stil, einen Musikgeschmack vom Feinsten (finnische Klassik)... übrigens hat meine Kummi-Mutter einen richtig bedeutenden Job... Was? Kann ich hier leider nicht posten :-()...

Nach dem äußerst leckeren Auflauf, der durch einen Kraut-Karotten-Ananas-Salat und diverse andere finnische Sepzialitäten abgerundet wird, gibt es noch den Schokokuchen und leckeren Kaffee... Zum Glück hat Nadine ihre Kamera nicht dabei :-) - ich finde das nämlich immer sehr schwierig mit dem Fotographieren - ich mag es nicht, weil ich dabei immer so ein "Ich bin im Zoo"-Gefühl habe - vielleicht ist das aber auch nur in mir ... Hmm.

Ich bin so voll, als wir vom Essen aufstehen! Netterweise bringt uns Rainer zurück zum Wohnheim...

25.01.2007

Abendessen bei meiner Kummi-Familie

Heute Abend war ich bei meiner Kummi-Familie zum Dinner. Es waren allerdings nur der Vater Rainer und sein 15 jähriger Sohn zuhause. Zum Abendessen gibt es Roastbeef und stark gepfefferte Kartoffeln - schmeckt echt sehr lecker... Dazu einen frischen Salat aus verschiedensten Gemüsesorten...

Mir fällt auf dass wir uns entweder über tiefgehende Themen unterhalten oder es wird nicht gesprochen. Für Sonntag verabreden wir uns 9:50 vor der Kirche für einen finnischen Gottesdienst... Hoffentlich mache ich alles richtig!

Über mein Gastgeschenk, einen Apfelkuchen mit Vanillekuchen, freut sich Rainer sehr und wir essen noch ein paar Stücke und trinken Tee dazu. Danach gehts auf einen Verdauungsspaziergang, vorher räumen wir noch Schnee. Und Rainer lädt mich zum Langlaufen ein, vorher wird er mir beibringen, meine Ski zu wachsen.

24.01.2007

Apfelkuchen-Backaktion für meine Kummi-Familie

Noch ist alles auf dem Tisch und wartet darauf verwendet zu werden. Nadine hilft mir einen Apfelkuchen für meine Kummi-Familie zu backen, die mich morgen, also am Donnerstag, zum Dinner eingeladen hat.... Hoffentlich ist es bis dahin so warm, dass ich das Auto benutzen kann... Ich habe nur wenig Lust dort hin zu laufen, mit einem Kuchen in den Armen!

Als erstes schneiden wir 1,7 kg Äpfel in Schnitze und sammeln sie in einer Schüssel mit Zitronensaft. Dies wird die Füllung des Kuchens.

Hier sieht man das Ganze etwas genauer, es kamen noch Rosinen, Zucker und Zimt dazu. Es ist so lecker, das ich andauernd davon nasche... Zum Glück haben wir eh eher zuviel gemacht...

Noch einmal alles gut vermischen...

Bevor ich es in die mit dem Teig ausgekleidete Springform einfülle...


Nachdem ich noch ein Gitter aus Teig darüber gelegt habe, kommt das Ganze in den Ofen und nach 50 Minuten ist ein leckerer Kuchen daraus geworden - ich bin schon sehr gespannt, was meine Kummi-Familie dazu sagt. Ich hoffe sie sind mir nicht beleidigt, da ich am Sonntag bei unserem ersten Treffen die Sauna ausgeschlagen haben - ein Fauxpas in Finnland. Aber so krank wie ich gerade bin - Erkältung mit Fieber - wäre das wirklich ungesund....

21.01.2007

Wir treffen unsere Kummi-Familie in der Stadt

Nach der langen Wanderung gestern habe ich heute bis um elf Uhr gemütlich ausgeschlafen. Die Erkältung, die ich mit auf die Wanderung genommen habe, ist schlimmer geworden... mein Kopf brummt ziemlich.
Draussen ist es noch immer sehr kalt, etwa -19 Grad hat es heute Morgen. Da es so kalt ist, schlägt sich die Luftfeuchte als Reif an der Vegetation nieder. Das Bild zeigt den Blick aus meinem Fenster im vierten Stock auf die vereisten Bäume.
Zum ersten Mal ist außerdem richtig gutes Wetter in Oulu, keine dauernde Bewölkung, die auch noch das letzte Licht nimmt, sondern Sonnenschein ab 10 Uhr morgens! So könnte jeder Tag beginnen! In meinem Zimmer ist es ziemlich kalt, obwohl ich nur das Innere des schmalen Doppelfenster geöffnet habe. Die Kälte kriecht wirklich überall hinein. Die Fensterscheiben fühlen sich von innen an wie Eisplatten.

Um 12:30 brechen Nadine (Süd-Afrika), Paul (Australien) und ich in die Stadt auf, um unsere Kummi-Familien zu treffen. Was das ist? Diese Familien nehmen an einem Programm teil, dessen Sinn es ist, Austauschstudenten aus aller Welt und finnische Familien zusammen zu bringen. Ursprünglich wollten wir in die Stadt laufen, beschließen angesichts der knisternden Kälte dann aber, hitch-hiking zu versuchen - und siehe da, der Chef des Restaurants Olympos in Oulu nimmt uns bis ins Zentrum mit...
Dort angekommen nehmen wir noch eine heiße Schokolade zu uns, bevor wir zum Treffpunkt des Kummi-Family-Programmes gehen.

Auf dem Weg zum Treffpunkt fällt mein Blick durch einen sagenhaft vereisten Baum auf den Turm der Kathedrale von Oulu, eines der ältesten Gebäude Oulus. Oulu ist mehrmals abgebrannt, daher sind alte Gebäude hier eher eine Seltenheit... Nur die wenigen finnischen Holzhäuser am Strand des Ostseefjords sind noch älter als das Rathaus und die Kathedrale.

Als wir dann im Saal sitzen und auf die Familien warten, sind wir alle schon ziemlich aufgeregt... Wen werden wir denn da nun als Familie haben? Wie sind echte finnische Familien so? Was unterscheidet sie von unseren eigenen Familien? Was erwarten die Familien von uns? Ein kleines "Finde-dein-Puzzle-Gegenstück"lockert die Atmosphäre ein wenig auf...

Mein Gegenstück ist ein sympathischer Finne, Rainer Melander, der als Vertretung für seine Familie gekommen ist. Er hat viele Fragen an mich, so kommen wir gut ins Gespräch. Seine Familie lebt in der Nähe der Uni, er hat mit seiner Frau Leila 3 Kinder (15m-25w-29w), skatet gerne, arbeitet als Lehrer an einer buisiness school und spricht perfekt Englisch... Wir verabreden uns für Donnerstag zum Dinner, zu dem ich ein Dessert mitbringen werde... Aber was? Ich denke ich werde einen Apfelkuchen backen, denn dann weiß ich wenigstens, dass es mir gut gelingen wird... Und dazu eine Packung Vanilleeis...?